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Auswandern
nach La palma (01/08) |
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Jahr erwägen viele Besucher unserer schönen Insel,
ihren Lebensmittelpunkt ganz nach La Palma zu verlegen, aber
wie so etwas anfangen? Wie verkraftet man die Trennung von Familie
und Freunden? Findet man hier einen Job?
Do und Rainer Fritzsche aus dem westfälischen
Hagen fällten die Entscheidung nach La Palma zu gehen
2007 nach einem zweiwöchigen Urlaub auf der Insel. Zwar
hatten sie schon länger über das Auswandern nachgedacht,
aber der Aufenthalt hier machte klar: das war das ideale Domizil.
Ein Häuschen war dank Internet und reichlich Immobilienmaklern
schnell ausfindig gemacht. Beruflich war die Trennung von Deutschland
für beide nicht schwierig: Rainer Fritzsche, vormals Theaterdirektor,
mittlerweile über 60 Jahre alt und nach einem schweren
Schlaganfall vor sechs Jahren früh verrentet, hatte in
Deutschland keine beruflichen Verpflichtungen mehr. Dorothe
Fritzsche, 47 Jahre alt, hatte sich bereits drei Jahre zuvor
als Coach in Deutschland selbstständig gemacht und träumte
seitdem einen großen beruflichen Traum: Seminare für
Menschen anbieten, die in ihrem Alltag erschöpft und ausgepowert
Ruhe und Stille suchen, sich selbst reflektieren wollen und
nach Orientierung in ihrem Leben suchen. Das traurige verregnete
Deutschland schien dafür nicht der ideale Ort.
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Den
fand Do Fritzsche auf La Palma: „ Als ich zum ersten Mal
auf der Terrasse unseres Hauses stand und sich vor meinen Augen
der schier unendliche Blick auf den Ozean öffnete, wusste
ich: hier ist der richtige Ort für mein Projekt: mein Seminargarten.“ Fritzsches
verkauften ihre Eigentumswohnung in Deutschland, kündigten
alle Verträge, Versicherungen und Zeitschriften, verkauften
die Hälfte ihres Hausstands und orderten einen Überseecontainer. „Mit
sechs Monaten Vorbereitung war unser Zeitplan sicher eher knapp,
aber alles klappte wie geschmiert. Sogar einen Teilzeitjob hatte
ich schon gefunden, per Internet natürlich.“ Internet
macht auch den Kontakt mit Familie und Freunden jederzeit und
fast unbegrenzt möglich. „Eigentlich haben uns alle
nur beneidet. Sicher hatten wir einige Probleme von vorneherein
nicht, andere sollten sich erst nach unserem Umzug ergeben.“ Unerwartet
lange dauerte z.B. die Reise des Umzugscontainers, solange machten
Fritzsches in ihrem renovierungsbedürftigen Häuschen
Hauscamping mit bescheidensten Mitteln: kein Strom, Wasser nur
in der Küche. „Nach Sonnenuntergang war der Tag für
uns praktisch beendet. Essen bei Kerzenschein, dann ab ins Bett.
Die ersten Nächte hier waren lang!“ schmunzelt Do
Fritzsche.
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Mittlerweile
haben sie sich eingerichtet, obwohl die Renovierung lange noch
nicht abgeschlossen ist. „Manches dauert hier doch etwas
länger“, so Rainer Fritzsche, ein erfahrener Hausrestaurateur. „Hier
gibt es nun mal keine großen Baumärkte, dafür
aber viele gut sortierte Ferreterias. Aber wer hat was? Das dauert
ein wenig, das herauszufinden und vieles muss man erstmal langwierig
bestellen. Da braucht es Geduld und Gelassenheit.“ Hilfe
hatten Fritzsches nicht nur von deutschen Handwerkern, die auf
der Insel zahlreich vertreten sind, sondern vor allem auch von
Spaniern. Die Nachbarn liefern per Verlängerungskabel den
Strom, der örtliche Ferreteria-Chef erweist sich als „Mann
für alle Fälle“.
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Spanisch-Kenntnisse? „Sollte
man haben,“ meint Do Fritzsche. „Mit dem Lernen habe
ich sofort angefangen, als unsere Entscheidung feststand. Mir
hat allerdings geholfen, dass ich schon Englisch und Französisch
unterrichtet habe. Viele Worte sind ähnlich und die Grammatik ähnelt
sehr dem Französischen. Mein Mann allerdings…“ – „…behilft
sich mit Italienisch und lernt ansonsten beim Sprechen“ fällt
Rainer Fritzsche seiner Frau ins Wort. Nach drei Monaten ist
aus einem völlig zugewucherten Grundstück eine gärtnerische
Oase geworden, die ihrer Bestimmung als Seminargarten entgegenwächst. „Oft
höre ich hier nur die Schreie der Dohlen und irgendwo bellt
ein Hund. Die Lichtspiele auf dem Meer sind manchmal geradezu überirdisch
schön. Ich bin sicher, hier werden die Menschen, die zu
mir kommen, Ruhe finden und Kraft schöpfen.“ Wir wünschen
viel Erfolg!
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aktuelle
Ausgabe:
Nº 10 Winter 2012
erschienen am:
01.Dezember 2012
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