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Charmantes
und weniger charmantes (Ausgabe
02/09) |
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Klick
Klack, Klick Klack, kennen sie das auch? Täglich mehrere Male
kann man es auf La Palma genießen, dieses rhythmische Tonspiel
aneinander schlagender Metalldeckel oder Regenroste, eine Art „Hallo-wach“ für
alle. Ich frage mich allerdings allen Ernstes, wie halten die Bewohner
unmittelbar an den Strassen das aus – unglaublich. Ich meine
diese ständig klappernden Wasserabläufe, Gullydeckel
und Unelco Serviceschächte. Da fliegt die Menschheit zum Mond,
kann bereits Lebewesen klonen und Tomaten Gen manipulieren, damit
sie groß wie Fußbälle sind und nach so gar nichts
mehr schmecken, aber einen ganz harmlosen, nur ruhig daliegen wollenden
Metalldeckel bekommt sie nicht hin. Gut, ich weiß, der Palmero
an sich ist von recht lauter Natur, meines Wissens sind die Spanier
sogar die zweit lauteste Gesellschaft nach den Japanern. Aber funktioniert
er nicht wie jeder andere Mensch auch? Erfreut er sich nicht auch
an einer gewissen Ruhe, wenn er Feierabend hat.
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Ein
wenig irritiert sind wir allerdings davon, dass ein lieber palmerischer
Freund so gar nicht in das Bild passen will. Er spricht leise,
man kann sich mit ihm auf der Strasse unterhalten, ohne dass die
ganze Stadt weiß, wie es um ihre Befindlichkeit bestellt
ist - sehr angenehm. Ein anderer Bekannter wiederum, beschallt
die ganze Plaza, wenn er sich mit ihnen unterhält. Somit ist
Lautstärke relativ. Aber das wissen wir ja spätestens
seit Einstein.
Oder, ein anderes Beispiel.
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Haben
sie bereits einmal versucht, einen Telefonanschluss bei der Telefonica,
wo möglich noch mit ADSL zu beantragen? Na prost Mahlzeit.
Wenngleich meine Erfahrung mit der Telefonica durchaus auch sehr
lustige Seiten zu Tage trägt. Wir beantragten eine Telefonlinie
und ADSL und warteten erst einmal ab. Kennt man ja. Dann, nach
mehreren Wochen der Versuch, einen Ortstermin zu vereinbaren. Irgendwann
klappte auch das. Der freundliche Techniker sah sich kurz auf dem
Gelände um, sah den Mast, sagte: „kein Problem“ (im Übrigen
eine tief verwurzelte Philosophie des Palmero „kein Problem“).
Er entledigte sich einer 250 Meter Rolle Telefonkabel mit den Worten,
wenn es verlegt sei, kommt jemand und schließt das Kabel
an. Noch heute amüsiert mich diese charmante und flexibele
Vorgehensweise und entlockt mir ein Schmunzeln. Schade ist nur,
dass wir immer noch kein Telefon haben. Jetzt ist es nämlich
doch ein Problem. Die Telefonica sagt nun, keine Möglichkeit,
dort Telefon zu legen, es gäbe plötzlich keine freie
Nummer. Muss man leiden mögen und Toleranz üben!
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Oder kennen sie den?
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Versucht
eine Gemeinde eine Ampel aufzubauen. Die alte Cuesta ist nun wirklich
langsam zu schmal für die immer breiter werdenden Autos. Was
liegt also näher, als die Enge mittels einer Ampelregelung
zu steuern. Ich glaube bemerkt zu haben, dass die Elektrik und
die Mastsetzung schon im Jahre 2007 erfolgten. Nun, wir schreiben
heute das Jahr 2009 und von Ampellichtern keine Spur. Wer sich
diesem Charme der hiesigen Gepflogenheiten hingibt, bekommt etwas
Wertvolles als Gegenleistung. Eine Art inneren Kompass dafür,
was wir Menschen wirklich von Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden
haben.
Also, bleiben sie entspannt, denn auf der anderen Seite ist der
menschliche Umgang hier sehr entspannt und angenehm, dass man vieles
mit einem
Lächeln ertragen kann.
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