| |
Geheimnisvolle
Orte auf La Palma
Unweit von La Galga findet man an der schroffen,
steilen Küste
einen gewaltigen Felsen, von dessen luftiger Höhe der weite
Blick auf das Meer freigegeben wird und dem man den Namen „El
Salto del Pastor“ gegeben hat, was „ Hirtensprung“ bedeutet.
Und glaubt man der überlieferten Legende, soll genau hier
eine unendlich tiefe Liebe zwischen einem Schäfer und einer
schönen Bauerstochter, deren Eltern eine Ziegenherde besaßen,
ihr tragisches Ende gefunden haben.
Es wird berichtet, dass beide jungen Leute in der Abgeschiedenheit
als Einzelkinder ihrer Eltern, die ebenso rechtschaffene Bauern
waren, der Einsamkeit überdrüssig waren und sich nach
einem lieben Menschen an ihrer Seite sehnten.
Der Zufall wollte es, dass der stattliche Jüngling mit seiner
Schafherde und die schöne, aber eingebildete Bauerstochter
mit ihren Ziegen beim Hüten der Tiere zusammen trafen und
auf den ersten Blick eine tiefe Zuneigung füreinander empfanden,
die von Tag zu Tag größer wurde. Da auch die Eltern
keine Einwände gegen die Verbindung hatten, hätte das
Glück nicht vollkommener sein können.
Eines Tages gestand der junge Mann dem Mädchen, dass er nicht
mehr ohne es leben wollte und alles dafür tun würde,
sie für immer zu bekommen. Da soll das eitle Mädchen
den schroffen Felsen hinab gesehen und dabei die Bedingung genannt
haben, nach der sie ihn erhören wollte. Sie wusste, dass er
ein mutiger und geschickter Springer war und verlangte als Liebesbeweis,
dass der Schäfer drei Mal den Felsen hinab auf einen Felsvorsprung
springen sollte. Trotz der Gefahr wollte der Hirte es wagen, suchte
nach einem Punkt, wo er die Lanze einsetzen konnte und sprang auf
den Felsen.
Zum Mädchen zurückgekehrt, durfte er ihre Hand küssen.
Ebenso tollkühn setzte er zum zweiten Sprung an, der ihm ebenfalls
glückte. Als Lohn durfte er das Mädchen in die Arme schließen.
Die Aussicht auf den Verlobungskuss ließ ihn jedoch unbedacht
werden. So geschah es dann, dass er die Beschädigung der Lanze übersah
und statt auf dem Felsvorsprung in die Tiefe des Meeres zu Tode
stürzte.
Noch heute soll man an diesem Ort im Heulen des Windes den Todesschrei
und das Wehklagen des Mädchens hören können, die
denjenigen, den sie am meisten auf der Welt liebte, mit ihren Wünschen
in den Tod getrieben hatte.
Ob sich die Geschichte wirklich so zugetragen hat, weiß man
nicht sicher, aber die Vertiefung, in der der Jüngling seine
Lanze setzte und den Felsvorsprung gibt es wirklich. Und die Kunst,
mit einer Lanz geschickt die Hänge zu überwinden, hat
sich bis heute auf La Palma erhalten.
zurück zur Startseite...
|
|