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Wenn
es Pulver regnet (Ausgabe
02/09) |
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Jeder
Jeck is anners“ sagen die Kölner. Die palmerischen „Jecken“ sind
in der Tat anders und der palmerische Karneval auch. Man macht
sich hier lustig, so wie auch in Deutschland über andere und
zwar bevorzugt über die neureichen Ex-Palmeros, die einstmals
mit „Koffern voller Geld“, nach Jahren des Exils in
Kuba, wieder auf La Palma landeten und hier ihren Landsleuten heftig
auf die Nerven gingen. Das ist zumindest der Ursprung des größten
Festtages im palmerischen Karneval, dem „Dia de los Indianos“. „Indianer“ nennen
sie sie spöttisch und lassen sie alljährlich in einer
bizarren Ulk-Prozession mit Pappkoffern, aus denen (Papier)geld
quillt am Rosenmontag in Santa Cruz de La Palma wiederauferstehen
und unter manchem Gelächter des Publikums an Land gehen.
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In
Begleitung üppig wogender, schwarz angemalter „Mammies“ schleppen
sie ihren demonstrativen Reichtum ins Rathaus. Von dort setzt sich
dann mit vielfältiger Begleitmusik ein munterer Zug in Bewegung.
Besonders auffällig: Die Menschen sind alle weiss angezogen
und das aus gutem Grund. An diesem Tag bewerfen sich nämlich
die Feiernden ausgiebig mit weißem Talkum- oder auch Babypuder,
der schon Tage und Wochen vorher in allen Supermärkten in
Kilo schweren Säcken angeboten wird. Ein Mordsgaudi für
alle und so wird getanzt, gelacht und gefeiert in der Stadt bis
zum Morgengrauen, wenn dann irgendwann die Stadtreinigung die Spuren
der Nacht beseitigt. Anders als in Deutschland ist der Karneval
nicht schon am Aschermittwoch wieder vorbei.
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Das
Ende es Karnevals wird mit großem TamTam am darauffolgenden Samstag in einer
bunten und grellen Zeremonie gefeiert, wenn nämlich „die
Sardine“ beerdigt wird. Dabei handelt es sich um einen riesigen
knallbunten Pappmaché-Fisch, liebevoll in wochenlanger Handarbeit
hergestellt. Unter großem Gejammer und Gejaule wird die Sardine
- vor allem in der Gemeinde Barlovento herrlich anzuschauen - angezündet
und abgefackelt. Zum Schluss donnert noch ein großes Feuerwerk über
dem Städtchen und dann ist auch auf La Palma alles vorbei.
Bis zum nächsten Jahr.
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