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Der
"Lucha Canaria" (Ausgabe
01/09) |
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Als
wir letztens bei Felipe und Miguel in der Bodega zum Weintrinken
eingeladen wurden, kamen wir auf das Thema Lucha Canaria. Rein
zufällig war Miguel früher Luchadero und wir fragten
ihn ein wenig aus. Lucha Canaria stammt wahrscheinlich von den
Ureinwohnern der Kanarischen Inseln, den Guanchen. Ganz sicher
ist es wohl nicht, weil ähnliche Ringkämpfe im Spanischen
Leon und in Korea dokumentiert sind. Sicher ist aber, dass Lucha
Canaria seit mindestens 500 Jahren ausgeübt wird und seit
1872 schriftlich festgelegt ist. Beim Lucha Canaria geht es in
erster Linie darum, den Gegner ohne Aggression und Gewalt auf den
Boden zu werfen. Es geht um Geschicklichkeit und um Strategien,
wie man den Gegner am besten zu fall bringt. Sobald ein anderer
Körperteil als die Fußsohlen zum zweiten Mal den Sand
berührt, ist der Kampf verloren und die Runde entschieden.
Egal ob der Gegner nun deutlich schwerer ist oder nicht. Im Unterschied
zum Boxkampf, gibt es hier keine Gewichtsklassen, vielmehr muss man
den unter Umständen schwereren Gegner mit Schnelligkeit oder
Geschick überlisten.
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Miguel
fängt also an ausführlich über „seinen“ Sport
zu reden und erklärt uns, dass es unzählige Griffe und
Techniken gibt, seinen Gegner zu besiegen. Dabei werden Mannschaften
aufgestellt, die aus 12 Luchaderos bestehen, die wiederum gegen
die anderen zwölf zum Kampf antreten. Der Ringkampf ist beendet,
wenn alle zwölf aus einem Team zu Boden gegangen sind. Das
kann gut und gerne bis zu zwei Stunden dauern. Etwas kurios erscheint
die Tradition, dass der Gewinner einer Runde am Rand der Arena
entlang geht und ihm Geld zugeworfen wird. Bei unseren Recherchen
aber treffen wir immer wieder auf Würde und gutes Benehmen
in diesem Sport. Auch Miguel erklärte uns, dass Lucha ein
sehr nobler Sport sei. Geht ein Ringer zu Boden, so wird ihm aufgeholfen.
Der Sieger klopft dem Verlierer auf die Schulter und fragt, ob
alles in Ordnung ist. So sind die Regeln.
Ab Oktober treten innerhalb der Kanarischen Inseln die besten Teams
der einzelnen Inseln gegeneinander an, um das erfolgreichste Team
der Kanaren zu erringen. Dann geht das Team einmal im Jahr auf Tour,
um sich mit den koreanischen Sirium Ringern zu messen, die nach etwas
anderen Regeln kämpfen. Glaubt man den Zeitungsberichten, so
gewinnen die Luchadores häufiger als die Sirium Ringer.
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In
diesem Jahr fand im März der interkulturelle Austausch in
Madrid statt. Danach flog im Mai eine Delegation der Besten Teams
nach
Korea.
Lucha Canaria ist ein tief verwurzelter Teil der Kanarischen Tradition
und eine der wenigen Überreste der Guanchen Identität,
die bis in unsere Zeit überlebt hat. Gerade deshalb ist es wichtig,
dass Lucha Canaria gepflegt wird. In der Stadt La Laguna, Tenerife
zum Beispiel, macht man sich dafür stark, dass die Kämpfe
der traditionellen Lucha Canaria auf den regionalen Sendern des Tele
Canaria ausgestrahlt werden. Vielleicht lässt sich so etwas
ja auch auf La Palma realisieren.
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