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In der Hauptstadt Santa Cruz an der Plaza de la Alameda wird man
unweigerlich zu einer wahren Sehenswürdigkeit hingezogen.
Aus einiger Entfernung glaubt man, dass ein spanisches Kriegsschiff
aus längst vergangener Zeit festgemacht haben könnte.
Sieht man genauer hin, merkt man, dass es sich bei diesem Schiff
um einen Nachbau der Santa Maria handelt, mit der einst der berühmte
Seefahrer und Entdecker Christoph Kolumbus über den Atlantik
einem ungewissen Ziel entgegen gesegelt war.
Um es gleich vorweg zu nehmen, der Nachbau
ist mit Sicherheit nicht seetüchtig, denn das Schiff wurde aus Beton nachempfunden.
Die Zweckbestimmung ist auch nicht die Entdeckung neuer Länder.
Das heißt aber nicht, dass es in diesem Schiff nichts zu
entdecken gäbe.
Die Santa Maria an der Plaza de la Alameda beherbergt das Museo
Naval und es lohnt sicher, das Schiff selbst einmal „zu entern“.
Ausgestellt werden historische Seekarten, Flaggen, Geräte
zur Navigation und auch Modelle anderer Schiffe, die einst Christoph
Kolumbus unter seinem Kommando hatte. Ausserdem ist das Schiff
auch ein wesentlicher Bestandteil der, alle 5 Jahre stattfindenden „Bajada
de la Virgen de las Nieves“, welche in diesem Jahr gefeiert
wird.
Der interessierte Besucher fragt sich, ob es zwischen dem Seefahrer
Kolumbus und der Insel La Palma eine Beziehung gab. Er muss leider
enttäuscht werden. Der berühmte Seefahrer war nie auf
der Insel und auch sein Schiff hat hier nicht angelegt. Und trotzdem
ist es interessant, noch einiges zu dem Schiff und seinem Kapitän
zu erfahren.
Christolph Kolumbus, der von 1451 bis 1506 lebte, stammte nach
heutigem Kenntnisstand aus Genua und war in spanischen Diensten.
Er unternahm insgesamt vier lange Entdeckungsreisen, um der spanischen
Krone, aber auch nicht zuletzt sich selbst, Reichtum und Ansehen
zu verschaffen.
Nur auf seiner ersten Reise vom 3. August 1492 bis zum 15. März
1493 machte er gezwungener Maßen einen Zwischenstopp auf
den Kanrischen Inseln, aber leider nicht auf La Palma. Er war mit
seinem Flagschiff, der Santa Maria und den beiden kleineren Schiffen
Pinta und Nina in See gestochen, aber das Steuerruder der Pinta
brach und musste erst repariert werden, bevor weiter gesegelt werden
konnte.
Die Santa Maria sollte von dieser Reise nie wieder zurückkehren.
Die „Nao“, wie Kolumbus sie in seinen Aufzeichnungen
nannte, lief am 25.12.1492 vor Haiti auf Grund und musste aufgegeben
werden. Damit war zwar das Schiff verloren, aber für die Seefahrer
nicht wertlos geworden.
Das Holz wurde beim Bau der ersten spanischen Siedlung in Amerika
verwendet. Nach einem Wrack des Schiffes würde man also vergebens
suchen.
Die echte Santa Maria befuhr nur etwa 12 Jahre die Meere. Sie lief
um 1480 vom Stapel, war 23,60 Meter lang, 7,92 Meter breit und
hatte einen Tiefgang vom 2,10 Metern, Von der Bauart war sie eine
so genannte „Dreimast-Karacke“. Dieser Schiffstyp hatte
eine auffällig bauchige Form und wurde im Laufe der Zeit aus
dem Nef, einem Einmast-Frachtschiff, entwickelt. Karacken waren
bis zu 40 Metern lang und konnten bis zu 500 Tonnen Last befördern.
Man verwendete sie als Last und Kriegsschiffe. Vorder- und Achterkastelle
waren beim Entern anderer Schiffe hilfreich.
Die Santa Maria, deren größter Mast 26,60 Meter in den
Himmel ragte, war 9 Knoten schnell und hatte 39 Mann Besatzung.
Die Bewaffnung bestand aus 4 Bombardellen (drehbares kleine Geschütze),
einer Kolubrine (Geschütz mit langem Rohr, das eiserne Vollkugeln
verschießt), Büchsen und Armbrüsten.
Wer einen Nachbau der Santa Maria auf See erleben will, muss allerdings
eine Reise auf die portugiesische Insel Madeira unternehmen, wo
das Schiff vor dem Hafen von Funchal eine Touristenattraktion ist.
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