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"Santa Maria" oder "Barco de LA Virgen" Nº5 (01/10)   "El Museo naval en Santa Cruz"
     
 


In der Hauptstadt Santa Cruz an der Plaza de la Alameda wird man unweigerlich zu einer wahren Sehenswürdigkeit hingezogen. Aus einiger Entfernung glaubt man, dass ein spanisches Kriegsschiff aus längst vergangener Zeit festgemacht haben könnte. Sieht man genauer hin, merkt man, dass es sich bei diesem Schiff um einen Nachbau der Santa Maria handelt, mit der einst der berühmte Seefahrer und Entdecker Christoph Kolumbus über den Atlantik einem ungewissen Ziel entgegen gesegelt war.

Um es gleich vorweg zu nehmen, der Nachbau ist mit Sicherheit nicht seetüchtig, denn das Schiff wurde aus Beton nachempfunden. Die Zweckbestimmung ist auch nicht die Entdeckung neuer Länder. Das heißt aber nicht, dass es in diesem Schiff nichts zu entdecken gäbe.
Die Santa Maria an der Plaza de la Alameda beherbergt das Museo Naval und es lohnt sicher, das Schiff selbst einmal „zu entern“.
Ausgestellt werden historische Seekarten, Flaggen, Geräte zur Navigation und auch Modelle anderer Schiffe, die einst Christoph Kolumbus unter seinem Kommando hatte. Ausserdem ist das Schiff auch ein wesentlicher Bestandteil der, alle 5 Jahre stattfindenden „Bajada de la Virgen de las Nieves“, welche in diesem Jahr gefeiert wird.
Der interessierte Besucher fragt sich, ob es zwischen dem Seefahrer Kolumbus und der Insel La Palma eine Beziehung gab. Er muss leider enttäuscht werden. Der berühmte Seefahrer war nie auf der Insel und auch sein Schiff hat hier nicht angelegt. Und trotzdem ist es interessant, noch einiges zu dem Schiff und seinem Kapitän zu erfahren.

Christolph Kolumbus, der von 1451 bis 1506 lebte, stammte nach heutigem Kenntnisstand aus Genua und war in spanischen Diensten. Er unternahm insgesamt vier lange Entdeckungsreisen, um der spanischen Krone, aber auch nicht zuletzt sich selbst, Reichtum und Ansehen zu verschaffen.
Nur auf seiner ersten Reise vom 3. August 1492 bis zum 15. März 1493 machte er gezwungener Maßen einen Zwischenstopp auf den Kanrischen Inseln, aber leider nicht auf La Palma. Er war mit seinem Flagschiff, der Santa Maria und den beiden kleineren Schiffen Pinta und Nina in See gestochen, aber das Steuerruder der Pinta brach und musste erst repariert werden, bevor weiter gesegelt werden konnte.
Die Santa Maria sollte von dieser Reise nie wieder zurückkehren. Die „Nao“, wie Kolumbus sie in seinen Aufzeichnungen nannte, lief am 25.12.1492 vor Haiti auf Grund und musste aufgegeben werden. Damit war zwar das Schiff verloren, aber für die Seefahrer nicht wertlos geworden.
Das Holz wurde beim Bau der ersten spanischen Siedlung in Amerika verwendet. Nach einem Wrack des Schiffes würde man also vergebens suchen.
Die echte Santa Maria befuhr nur etwa 12 Jahre die Meere. Sie lief um 1480 vom Stapel, war 23,60 Meter lang, 7,92 Meter breit und hatte einen Tiefgang vom 2,10 Metern, Von der Bauart war sie eine so genannte „Dreimast-Karacke“. Dieser Schiffstyp hatte eine auffällig bauchige Form und wurde im Laufe der Zeit aus dem Nef, einem Einmast-Frachtschiff, entwickelt. Karacken waren bis zu 40 Metern lang und konnten bis zu 500 Tonnen Last befördern. Man verwendete sie als Last und Kriegsschiffe. Vorder- und Achterkastelle waren beim Entern anderer Schiffe hilfreich.
Die Santa Maria, deren größter Mast 26,60 Meter in den Himmel ragte, war 9 Knoten schnell und hatte 39 Mann Besatzung. Die Bewaffnung bestand aus 4 Bombardellen (drehbares kleine Geschütze), einer Kolubrine (Geschütz mit langem Rohr, das eiserne Vollkugeln verschießt), Büchsen und Armbrüsten.

Wer einen Nachbau der Santa Maria auf See erleben will, muss allerdings eine Reise auf die portugiesische Insel Madeira unternehmen, wo das Schiff vor dem Hafen von Funchal eine Touristenattraktion ist.