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Pauker;
Pennäler und kein Pisa.. (01/09) |
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Die
Schulbänke sind wohl überall auf der Welt gleich hart,
auch auf La Palma gibt es diese nicht gepolstert oder mit Erfolgsgarantie
versehen. Auch in Spanien ist Bildung „Ländersache“,
oder wie hier, Angelegenheit der Provinz. Oberste Behörde
ist die „Consejería de Educación, Universidades,
Cultura y Deportes”, die aufgeteilt zwischen den Hauptstädten
der beiden kapitalinen Inseln Tenerife und Gran Canaria ihre Dependancen
unterhält. Das Schulsystem kennt auf den verschiedenen Inseln
keine Unterschiede, die ergeben sich lediglich durch die wenigen
Privatschulen, die aber quantitativ nur eine kleine Rolle spielen.
Auf La Palma gibt es deren zwei, das „CPEIPS Sagrada Familia”,
im Volksmund aber „Colegio Nazaret” genannt und das „CPEIPS
Santo Domingo De Guzman” in der Hauptstadt Santa Cruz. Beide
dieser Schulen sind katholisch orientiert und werden von der Kirche
unterstützt, die Lehrkräfte selbst sind aber bis auf
wenige Ausnahmen weltlich orientiert. Den ehemaligen Nimbus als
Elite-Schulen haben die beiden Zentren längst abgelegt, zumal
die öffentlichen Einrichtungen deutlich modernisiert wurden
und der Noten- und Leistungsdurchschnitt in den nicht privaten
Schulen inzwischen meist höher liegt. Darüber hinaus
gibt es eine kleine Waldorf-Initiative, die allerdings nur die
Unterstufenklassen bedient.
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Die
Benotung der schulischen Leistungen erfolgt anhand einer Skala
von 0 bis 10, wobei 0 die niedrigste und 10 die höchste Einstufung
ist. Ab der Note 5 gilt der Wert als ausreichend, wer darunter
liegt, hat nicht bestanden. In den höheren Klassen wird minuziös
auch der Wert hinter dem Komma beachtet, was besonders vor der
Hochschulreife wichtig sein kann, um eventuelle Zulassungsbeschränkungen
für die Universität zu umgehen. Grundsätzlich unterscheidet
sich das spanische Schulangebot vom deutschen durch den Verzicht
auf mehrgleisige Bildungssysteme. Die, leider oft deklassierende
Einstufung in Hauptschule, Realschule oder Gymnasium kennen wir
nicht, hier gibt es eine Linie, die man eben je nach Begabung oder
Engagement der Schüler wie der Eltern begehen kann. Dazu werden
in den oberen Klassen Förderkurse angeboten, um spezielle
Problemfälle unterstützen, dennoch scheiden immer noch
bis zu 20% der Schüler vorzeitig aus und vollenden eben gerade
nur die obligatorischen Jahre.
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Die
Schulpflicht beginnt mit 6 Jahren und endet 10 Klassen später
mit 16 Jahren, was im besten Falle dann die 10. Jahrgangsstufe
bedeutet. Die meisten Kinder auf La Palma gehen schon früher
in die Schule, oft bereits mit 3 Jahren, alle „Primarias” (Grundschulen)
bieten 3 „Ciclos preescolares” (Vorschulgruppen) an,
die gerne angenommen werden. Öffentliche Kindergärten
gibt es nicht, nur städtische Krippen, aber gerade in kleinen
Gemeinden fehlen diese häufig und so übernehmen die Schulen
diese Aufgabe. Die Vorschulklassen werden zusammen mit den Grundschulklassen
unterrichtet, das beinhaltet wohl auch schon disziplinären
Geist, es findet aber noch keine Benotung statt. Der „ernsthafte” Schulzyklus,
auch hier beginnend als „Erste Klasse” betitelt, findet
auf den Schulen der „CEIP” (Colegio de Educación
Infantil y Primaria) statt und endet mit der sechsten Klasse. Danach
wechseln die Kinder auf die „Institutos” des zweiten
und auch bereits letzten schulischen Zyklus, der auf diesen Schulen
bis hin zur Hochschulreife führt.
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Diese
Schulen heißen „Instituto de Educación Secundaria” und
unterteilen sich in die vier Pflichtjahre der „ESO” (Educación
Secundaria Obligatorio) und die, im besten Falle zwei Jahre der „Bachillerato” Kurse,
die somit der Oberstufe oder der 11. und 12. Klasse entsprechen.
Für die Universitätszulassung reicht das aber noch nicht,
dazu müssen die Schüler noch die „PAU” (Pruebas
de Acceso a la Universidad) Prüfung zur Erlangung der Hochschulreife
ablegen, welche dann nicht in den einzelnen Schulen stattfinden,
sondern gesammelt in der Hauptstadt Santa Cruz. Diese Prüfung
findet direkt im Anschluss an die bestandene zweite Bachillerato-Klasse
statt und die Erfolgsquote liegt dabei kanarenweit an die 80%.
Damit kann man an allen Universitäten studieren, allerdings
gibt es auch in Spanien eine Art „Numerus Clausus” für
bestimme Studienfächer, so dass der Notendurchschnitt auch
entscheidend ist.
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Auf
den Kanaren gibt es zwei Universitäten, eine eher technisch
orientierte Hochschule in Las Palmas de Gran Canaria und die größere
der kanarischen Universitäten, in La Laguna auf Tenerife.
Dabei darf man ruhig noch einfügen, La Palma ist die Kanarische
Insel mit den meisten Studenten auf die Einwohnerzahl bezogen und
diesen Rekord halten wir nun bereits im 10. Jahr hintereinander.
Allerdings muss man dazu auch betonen, dass die allermeisten jungen
Menschen aus La Palma nach ihrem Hochschulstudium, nicht mehr zur
Arbeit nach La Palma zurückkehren, es mangelt an besser dotierten
Stellen auf der Insel und an interessanten Aufstiegschancen, so
dass man hier auf der Insel wohl von einem Akademikermangel sprechen
muss.
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Nach
vielen Jahren des Ausbaus und der Verbesserung des Schulsystems
hier auf den Kanaren, welches durchaus mitteleuropäischen
Standard besitzt, darf man in den letzten Jahren allerdings einen
zunehmenden Spardrang seitens der Provinzregierung feststellen,
welche die Bildungsaufgabe wohl nur noch protokollarisch als prioritäres
Ziel ansieht. Eine würdelose Bestätigung dafür werten
wir in der Aussage der kanarischen Schulbehörde, dass man
nicht an der „Pisa-Studie” teilnehmen werde, da es
niemand von außen etwas anginge, was unsere Kinder hier lernen.
Auf lange Sicht und in unserem immer stärker von globaler
Konkurrenz geprägten Karrieresystem, sicher keine intelligente
Entscheidung, eine Standortbestimmung auf solch großem Rahmen
abzulehnen.
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