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Zu
Besuch im Seidenmuseum in El Paso (01/08) |
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Etwas
versteckt, aber mitten im Herzen der Altstadt von El Paso liegt
das kleine
aber feine Seidenmuseum. In dem traditionsreichen Gebäude, das mit kundiger
Hand und behutsam renoviert worden ist, kann der Besucher einen Blick in die
Vergangenheit der Insel tun. Seit dem 17. Jahrhundert war die Produktion und
Verarbeitung auf der Insel Hauptwirtschaftszweig, daran soll das Museum erinnern.
Mit viel Liebe zum Detail kann der Besucher sich
hier über alle Stationen der Seidenproduktion und Verarbeitung
ein lebensnahes Bild machen. Gleich im Eingangsbereich ringeln
sich in einem Körbchen Seidenraupen auf grünen Blättern.
Sie produzieren den edlen Stoff, aus dem so mancher textiler Traum
gewebt ist. Gleich daneben findet sich ein Körbchen mit Kokons,
in denen es noch lebt und in einem weiteren Korb kann man dann
die fertigen Seidenkokons sehen. |
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Aus der abgewickelten Rohseide entstehen zunächst fluffige,
seidenweiche (was auch sonst) Bällchen, die dann zu Fäden
versponnen werden. Das übrigens kann der Besucher in Aktion
sehen, denn einige freundliche Frauen zeigen die verschiedenen Verarbeitungsstufen
live. Da drehen sich merkwürdig anmutende Spinnräder und
von der Decke hängen Spindeln, die von regen Händen in
Drehung versetzt werden, damit der Seidenfaden fester wird. Gefärbt
wird mit allerlei Pflanzenfarben, darunter mit dem Saft der Cochinelle-Laus,
die auf den heimischen Kakteen unterwegs ist und deren Zucht in früheren
Zeiten ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftszweig war. An Webstühlen
kann man dann den Damen bei der Arbeit zuschauen und bewundern, wie
ein feines Seidentuch entsteht. Gerne kann der Besucher auch selbst
an einem der Webstühle Platz nehmen und auf das vielfältige
Gewirr der Fäden und Schiffchen schauen und dem Knarzen des
uralten Holzes lauschen.
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Erläuterungen
zu den Abläufen der Seideproduktion kann man auf Schautafeln
nachlesen, wenn man des Spanischen mächtig ist. Falls nicht,
erklärt eine freundliche Mitarbeiterin gerne auch auf deutsch,
was es zu wissen gibt. Im Foyer werden, in Schaukästen ersichtlich,
die fertigen Kostbarkeiten schließlich zum Kauf angeboten
und nachdem man nun auch erfahren hat, wieviel Arbeit hinter jedem
einzelnen Stück steckt, ist auch der Preis sicher angemessen.
Auf Nachfrage erfahren wir, dass auftragsweise auch Heute exquisite
Schals, Tücher
und Krawatten in alter Handwerkstradition und Qualität gefertigt werden.
Ein solches Souvenir hat Seltenheitswert und ist etwas ganz Besonderes. Insgesamt
ein lohnenswerter Besuch.
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