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Die
ersten siedler der Kanaren (Ausgabe 01/09) |
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Der
allgemein bekannte Teil der kanarischen Geschichte beginnt mit
der gewaltsamen Eroberung der Kanaren durch Jean de Bethencourt
und Alonso Fernandez de Lugo im 15. Jahrhundert. Die Ureinwohner
der Inseln wurden in der Folge versklavt oder verschleppt. Von
ihrer Kultur und Geschichte ist nur wenig überliefert. Das
Wissen darüber stammt überwiegend von den Eroberern und
deren Siedlern.
Historiker gehen mittlerweile davon aus, dass die ersten Menschen
etwa 3000 v. Chr. zu einem Teil von Osten, etwa der Sahara, auf die
Kanaren kamen. Archäologischen Ausgrabungen zufolge stammte
eine weitere Bevölkerungsgruppe aus Südwesteuropa. In den
folgenden Jahrtausenden bis 200 v. Chr. sind weitere Menschen aus
Nordafrika übersiedelt und auch die Phönizier kamen auf
die Inseln. Die letzte große Zuwanderungsgruppe waren die Berber,
etwa ab dem 6. Jahrhundert bis in das Jahr 800.
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Die Ureinwohner
hießen „Guanchen“ , abgeleitet von der Bezeichnung
Guanchinet>Mensch. Die Altkanarier waren friedliebend und lebten
in einer Art steinzeitlichen Kultur , geprägt durch Ackerbau
und Viehzucht. Um Gerste, Weizen und Hülsenfrüchte anzubauen,
legten sie riesige Terrassen mit Bewässerungsgräben an.
Außerdem züchteten sie Ziegen, Schafe und Schweine und
jagten Rieseneidechsen, eine endemische Eidechsenart, die jedoch
heute nur noch auf Gomera, El Hierro, Gran Canaria, Teneriffa und
Fuerteventura zu finden ist. Auf La Gomera wurde daher mit der
Vermehrung dieser Spezies begonnen, um sie vor dem aussterben zu
bewahren.
Im kulturellen Zusammenleben der Guanchen spielten
Tanz und Gesang eine große Rolle, vor allem während
der zahlreichen Feste im Sommer. Besonders beliebt waren auch verschiedene
Wettkämpfe, wie Steinheben oder Stockfechten. Aus der damaligen
Form der Ringkämpfe entwickelte sich dann der auch heute noch
praktizierte Lucha Canaria. |
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Die Ureinwohner
hatten eine eigene Sprache, das sog. Guanche. Auf den Inseln entwickelten
sich eigene Mundarten, allerdings gab es zwischen den Bewohnern
der verschiedenen Inseln keine Verbindung, da die Altkanarier die
Schifffahrt nicht kannten.
Eine besonders – im wahrsten Sinne des Wortes – „pfiffige“ Form
der Kommunikation war die spezielle Pfeifsprache, „El Silbo“.
Die Altkanarier hatten sie entwickelt, um die großen Entfernungen über
die schroffen Barrancos hinweg leichter überbrücken zu
können und so Nachrichten und Mitteilungen schnell und unproblematisch übermitteln
zu können. Heutzutage ist diese Pfeifsprache gelegentlich noch
auf Gomera zu hören. Dort wird sie mittlerweile auch wieder
in den Schulen unterrichtet.
Zur Kultur der Altkanarier gehörten vor allem auch die reich
verzierten Töpfereien. Weit verbreitet sind die typischen kringelförmigen
Muster. Sie zieren auch heute noch die Replikate in den Kunsthandwerksläden.
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Ihre
Kleidung stellten die Guanchen vor allem aus Tierfellen her,
ihr Schmuck war aus
Muscheln, Steinen, Tonkugeln und Knochen gefertigt. Sie wohnten
entweder in natürlichen Berghöhlen oder in Steinhütten,
die mit Stroh gedeckt waren.
Die Guanchen lebten in größeren Gruppen zusammen, die
von einem Häuptling angeführt wurden. Der wohl bekannteste
war Tanausu. Er versuchte die Stämme La Palmas zusammenzuführen,
um sich gegen die spanischen Invasoren zu wehren, doch auch er wurde
letztlich durch einen Hinterhalt gefangen. Wer sich für die
Geschichte Tanausus und den Kampf der Guanchen gegen die Spanier
interessiert, dem sei folgendes Buch empfohlen: „Tanausu, der
letzte König der Kanaren“.
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